Regionalstrategie Daseinsvorsorge

Ein wesentliches Ergebnis stellt die Regionalstrategie Daseinsvorsorge dar. Für zukünftige Entscheidungen zu Planungen, Konzepten und Maßnahmen auf dem Gebiet der Daseinsvorsorge soll sie für Landkreise, Kommunen, Verbände und Vereine und nicht zuletzt für den Regionalen Planungsverband selbst Orientierung sein.

An Hand einer Bevölkerungsvorausschätzung bis 2030 (auf Grundlage der 5. Regionalisierten Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen) wurden unter Auslastungsgesichtspunkten verschiedene Szenarien zur zukünftigen Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum erstellt.

In Auswertung der Erreichbarkeitsszenarien konnten für die vier Handlungsfelder der Modellregion konkrete Handlungsansätze ermittelt werden.

Bildung

SchwerpunktGrundschulstandorte
Bevölkerungsvorausschätzung
(2010 – 2030)
Rückgang der 6- bis 11-Jährigen um bis zu 30 % in den beiden Landkreisen
Strategisches ZielErhalt von Grundschulen als Bildungs- und Begegnungsstätten
HandlungsansätzeBerücksichtigung von teilräumlichen Lösungen
Bei Bedarf Einrichtung von jahrgangsübergreifendem Unterricht an Grundschulen (GS)
Kommunale Bildungsplanung: Gemeinsame Planung von KiTa, Hort und Grundschule

Ältere Menschen

SchwerpunktBereitstellung und Koordination von Angeboten für Senioren
Bevölkerungsvorausschätzung
(2010 – 2030)
Zunahme der über 65-Jährigen um rd. 20 % in den beiden Landkreisen
Strategisches ZielWohnen im vertrauten Umfeld
HandlungsansätzeAufbau eines regionsweiten Netzes aus Alltagsbegleitern und Koordinierungsstellen für nieder-schwellige Angebote
Aufbau von Versorgungsstützpunkten
Kommunen als „sorgende“ Gemeinschaft ausrichten

Brandschutz

SchwerpunktGewährleistung des Grundschutzes
Bevölkerungsvorausschätzung
(2010 – 2030)
Rückgang der 20- bis 45-Jährigen um rd. 40 % in den beiden Landkreisen
Strategisches ZielBeibehaltung eines differenzierten flächendeckenden Brandschutzes
HandlungsansätzeRegionale Brandschutzbedarfsplanung
Im Flachland Konzentration auf größere Standorte (Stützpunktfeuerwehren)
Im Bergland Optimierung des Rendezvous-Prinzips (Bündelung der Einsatztechnik)
Optimierung des Selbstschutzes und der Eigenvorsorge (z. B. Rauchmelder)
Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Erreichbarkeit/Mobilität

SchwerpunktÖPNV und flexible Ergänzungsangebote
Bevölkerungsvorausschätzung
(2010 – 2030)
Rückgang der Bevölkerung um bis zu 20 % in den beiden Landkreisen
Strategisches ZielSicherung von Mobilität und Erreichbarkeit in allen Teilräumen
HandlungsansätzeVerlässliches Grundnetz ÖPNV (zentrale Umsteigepunkte, Schnellverbindungen)
Flexible Ergänzungsangebote bis hin zu ehrenamtlichen Angeboten
Attraktivitätssteigerung des ÖPNV durch Information

Handlungsfeldübergreifend ergaben sich folgende Erkenntnisse:

  • „Anker im Raum“ gewinnen an Bedeutung. Funktionen können beispielsweise sein: zentrale Umsteigepunkte, Versorgungsstützpunkte, Gemeindezentren/ Multifunktionshäuser
  • Gemeinden übernehmen als „sorgende Gemeinschaft“ Koordinierungsfunktion für ehrenamtliche Arbeit. Dem zu Grunde liegt die Erkenntnis, dass in der Modellregion zwar genügend Potenziale für ehrenamtliche Arbeit bestehen, diese jedoch von professionellen Kräften angeleitet, koordiniert und wertgeschätzt werden müssen.
  • Gemeinden nehmen Aufgaben notwendiger flächendeckender Versorgung zukünftig gemeinsam war.

Diese Aufgaben können zukünftig nur erfolgreich gelöst werden, wenn entsprechende gesetzliche und finanzielle Voraussetzungen vorhanden sind. Daher richtet sich die Regionalstrategie auch an den Freistaat Sachsen und die entsprechenden Fachressorts, hier bei der Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen behilflich zu sein.