Vorgespräche

Zur Vorbereitung des im Mai 2010 durchgeführten Workshops wurden mit ausgewählten Kommunen sowie in den Landrats­ämtern der Region Gespräche geführt, um die Problem- und Interessenlage aus der Sichtweise der kommunalen Verwaltungen in Erfahrung zu bringen.

Die Kommunen wurden so ausgewählt, dass sie die unterschiedlichen räumlichen Bedingungen in der Planungs­region repräsentieren: Ländlicher Raum und Verdichtungsraum, Kommunen an der Elbe und an Gewässern 1. und 2. Ordnung, Kommunen, die von großflächigen Überschwemmungen und Kommunen, die von Sturzfluten betroffen sind, Kommunen mit hohen und mit geringen Überschwemmungstiefen.

Als Fazit der Gespräche wurde u. a. festgestellt:

  • Begriffe und unterschiedliche Wirkungen der raum­ordnerischen und wasser­wirtschaftlichen Festlegungen zur Hochwasser­vorsorge sind nicht immer eindeutig bekannt
  • in Einzelfällen bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Informationen in den Gefahren­karten
  • die Gefahren von Extrem­ereignissen spielen sowohl in der Bauleit­planung als auch bei der Entwicklung im Innen­bereich faktisch keine Rolle, Gefahren werden nur bis zu einem HQ 100 betrachtet
  • städtebauliche, wirtschaftliche und soziale Belange werden häufig in der Abwägung höher gewichtet als die Hochwasser-Schadenvorsorge
  • eine einheitliche Systematik zur Gefahren­vorsorge ist bei Bau­genehmigungen im Innenbereich nicht gegeben, stattdessen werden Einzelfall­entscheidungen getroffen
  • ein Versagungsgrund bei Baugenehmigungen ist nur gegeben, wenn Abfluss­hindernisse entstehen würden, Vorsorge­aspekte wie die Vermeidung der Ansiedlung von immer mehr Bevölkerung in Gefahren­bereichen, die einen immer höheren Aufwand für Evakuierungen zur Folge haben, spielen keine Rolle.
Letzte Aktualisierung: Juni 2010

Verteilung der Gesprächsorte in der Region Oberes Elbtal/Osterzgebirge